Winterblues





Robert sog die feuchte Winterluft ein und blickte vom Balkon in den Innenhof, der fahl aus wenigen Fenstern beleuchtet wurde. Im Unterholz versteckten sich die letzten Schneehaufen.





Über dem Pyjama trug er eine Trainerjacke, seine Füsse steckten in ungebundenen Winterschuhen. Ihm war, als denke er nach. In der einen Hand hielt er eine Flasche, mit der anderen umfasste er seine Stirn, als wollte er etwas Vergessenes ins Bewusstsein locken. Doch seine Erinnerung war verästelt wie die Laubbäume vor ihm, der Alkohol verpackte ihn in einen empfindungslosen, wattierten Mantel. Irgendwann hörte er über sich ein klickendes Feuerzeug, gefolgt vom trockenen Husten eines Rauchers. Mitten in der Nacht am Rauchen, dachte Robert abschätzig, als er die Balkontür schloss und seine Flasche fachgerecht hinter dem Lüftungsgitter oberhalb des Kühlschranks verstaute. Im Bett hörte er neben sich Nicoles ruhigen und tiefen Atem. Nicole schlief den Schlaf derjenigen, die mit sich im Reinen sind. Schlafstörungen waren ihr unbekannt; sie ruhte fest und selig, Nacht für Nacht, Jahr für Jahr. Dafür hatte er sie geliebt. Rhythmisch atmend und weibliche Wärme verströmend hatte sie ihm Sicherheit und Sanftmut in unruhigen Nächten geschenkt. Inzwischen pendelte er zwischen Bewunderung und Verachtung. Bevor er einschlief, hörte er, wie sich Kinderfüsse näherten. Eine kleine Gestalt tapste ins Zimmer, Robert Junior schlich unter die Bettdecke, robbte zwischen ihnen hoch, drehte sich zu Nicole, schlang seinen kleinen Arm um ihren Bauch und schlief weiter. So einfach, so natürlich. Eine Vertrautheit, in der es für ihn keinen Platz gab. Eine Welle Eifersucht rollte durch ihn durch, schäumte über und liess ihn kläglich und einsam zurück. Er rollte sich zusammen und schlief traumlos, bis Nicoles muntere Stimme ihn weckte. Robert, Schatz, es ist Zeit, dein Unterricht beginnt in einer Stunde. Sie küsste sein linkes Auge.
Ohje.
Frühstück ist bereit, Robi und Alexia sind schon am Tisch. Sollen wir warten, oder ausnahmsweise ohne dich beginnen?
Ja.
Das bedeutet ohne dich, stellte Nicole betrübt fest.
Ich glaube …
Nein, mein Schatz, du bist nicht krank, du musst bloss aufstehen.
Einige Minuten später sass die Familie am Tisch. Der kleine Robert kaute entschlossen an seinem Sauerteigbrot, während Alexia die Crackers mit Nutella gekonnt bis in jede Ecke bestrich. Robert trank Kaffee, sortierte erst sein Gesicht und dann seine Gedanken. Liebe Kinder, Papa muss in die Schule, die Kinder wollen lernen und jemand muss ihnen dabei helfen. Wer ist dieser Jemand? Der Junior zeigte mit beiden Händen auf ihn: Du, Papa!
Er liebte seine Kinder. Nicole begleitete ihn zur Tür, gab ihm einen Kuss und wünschte ihm Gottes Segen mit auf den Weg. Sein Rennrad war alt, die Bremsen alt, der Lenker mit lädiertem, ehemals weissem Grifftape umwickelt. Der Rahmen war übersät mit Kratzern, einzig der Sattel war neu, aus Yakleder, entwickelt für den ambitionierten Tourenfahrer. Der Verkäufer hatte ihn ermahnt, den Sattel zu entfernen, wenn er das Rad stehen liess. Einmal vergessen und der Sattel ist geklaut. Robert nahm heute die kurze Strecke, fuhr auf einer Fussgängerbrücke über die Limmat, von dort bog er auf den gekiesten Uferweg, pedalte gemütlich zwischen den Bäumen, bis rechts seine Primarschule auftauchte. Er überquerte den Pausenplatz, zerwuschelte seine dunklen Locken, überprüfte den Hemdkragen und betrat das Schulhaus. Im Klassenzimmer betrachtete er sich im Spiegel und fand, er sehe frischer aus, als er sich fühle. Eisblaue Augen, dachte er, wirken eben aufgeweckt. Die neue Heilpädagogin schaute ins Zimmer und grüsste. Robert räusperte sich: Ein Engel fliegt vorbei, heute muss mein Glückstag sein!
Wann ist meiner?, fragte Irina. Heute Abend?
Um fünf, hörte er sich sagen.
Ich erwarte dich beim Eingang, säuselte Irina und drehte sich schneller weg, als er hätte widersprechen können. Zerstreut ordnete er einige Hefte, seine Viertklässler strömten ins Zimmer und richteten sich häuslich hinter ihren Pulten ein. Robert Blum wartete, bis alle ruhig auf ihren Stühlen sassen. Es eilte nicht, er dachte an Irina.
Nehmt eure Rechenhefte hervor, Aufgabe sieben bis zwanzig. Emma Mbiko, setz dich nach hinten.

Dienstags arbeitete Nicole weder beim Sorgentelefon noch im Kinderhort der Kirche. Der Morgen gehörte ganz alleine ihr, der wöchentliche Ausstieg aus dem Hamsterrad, wie sie gerne sagte. Sie band ihre Laufschuhe, beim Wald begann sie vorsichtig zu laufen – an schattigen Stellen gab es von Laub bedeckte Eisflächen. Die herrliche Sicht auf die Stadt und den geschwungenen See mitsamt Alpenpanorama bedeutete Nicole nichts. Sie suchte den Schutz der Bäume. Zwischen den mächtigen Gerippen der Laubbäume fühlte sie sich geborgen, sie atmete ein, sie atmete aus, ein Schritt ergab den nächsten. Die Hektik löste sich, sie war in ihrem Rhythmus angekommen. Ihre Ärztin hatte zur Schonung geraten: Genügend essen; mässig Sport; Auszeiten, gönnen sie sich ein Wellnesswochenende. Doch Nicole blieb bei ihren Dauerläufen, es lag in der Natur ihrer Familie, Grossvater hatte gerudert, Vater ruderte täglich auf dem Bodensee und Mutter jagte in Konstanz Schnäppchen nach. Sie rannte den Hügel auf der stadtauswärts liegenden Seite hinunter, dann in einer weiten Schleife wieder hinauf. Ihr Atem ging schwerer als gewohnt, sie fühlte sich müde, zu Hause würde sie sich hinlegen, was sie sonst nie tat. Sie müssen lernen, ihre Bedürfnisse ernst zu nehmen!
Sie nahm die Post aus dem Briefkasten, stiess mit der Hüfte die Tür auf, im Halbdunkel des Treppenhauses stolperte sie über die erste Stufe, ein Brief rutschte seitlich über die Stufe und flatterte durch das Treppenauge, sie raffte die Post zusammen und holte den Brief im Untergeschoss, eine grellbunte Werbesendung für elektronische Geräte. Ich muss mich entspannen, befahl sie sich, legte sich in der Wohnung aufs Sofa, wickelte sich in eine Wolldecke und wartete. Eines musste sie der Ärztin lassen: Ein schlechtes Gewissen machen konnte sie. Sie warf die Decke weg und suchte den Ordner für den Osterbazar der Kirchgemeinde. Eine junge Kirche wachse mit den Taten ihrer Mitglieder, und sie, so hatte ihr der Pfarrer neulich im vertraulichen Gespräch mit seiner wunderbar tiefen Stimme gestanden, sei eine tragende Säule der Gemeinde. Er zähle auf sie. Sie würde ihn nicht enttäuschen. Alexia schlüpfte weinend zur Haustür hinein. Mama, es sticht hinter den Augen.
Arme Alexia, ich bring dich ins Bett, dort ist es still und ruhig.
Alexia bekam Migräne, wenn sie spürte, dass etwas nicht in Ordnung war, wenn sie etwas beschäftigte.
Ach Alexia, mein liebes Kind, was bedrückt dich?
Nichts, sagte das Kind.
Ich kenne dich. Dich beschäftigt etwas, aber du kannst oder willst nicht darüber reden. Komm jetzt, ich habe das Zimmer vorbereitet, Leg dich hin, dann erholst du dich wieder. Wenn du dich entspannen kannst, lösen sich die Schmerzen. Ich bin sicher, mittags geht es dir schon wieder besser. Erhol dich gut, mein Schatz, ich lasse dich jetzt … brauchst du einen Tee? Je weniger Alexia sprach, umso mehr redete sie. Alexia betrachtete ihre Mutter stumm mit tiefgründigen Augen. Es brach Nicole das Herz, das Kindchen musste lernen, über Sorgen und Erlebtes zu sprechen, so schwer ist das doch nicht. Aber wie der Vater, so die Tochter. Beide versteckten ihre zarten Seelchen in einem Labyrinth aus Empfindlichkeiten und Ängsten. Robert war lesbar, auch wenn er nicht sprach, er war ihr Mann. Alexia blieb ihr fremd, auch wenn sie sich das nicht eingestand. Nicole band ihre Haare zu einem Knoten und vertiefte sich in die Vorbereitung für den Osterbazar. Während sie eine Liste mit Helfern erstellte, las sie Roberts Nachricht: komme über mittag, abendsitzung, love.
Die Haustür schlug gegen die Wand. Er brauche nur ein frisches Hemd und den Mantel. Behördensitzung, du kennst es; Almut und ich vertreten die Lehrer. Nicole bedeutete ihm leise zu sprechen, und zeigte zu Alexias Tür, sie kam nach Hause, Kopfschmerzen. Sie schläft.
Und dir geht es gut?, fragte Robert. Du bist blass.
Das hat nichts zu bedeuten. Wie ging es in der Schule?
Gut.
Soll ich die Maisfladen wärmen?
Danke, das ist lieb. Aber ich muss los.
Nicole fuhr ihm durch die Locken und hielt ihn am Nacken fest, er drehte sich weg. Irritiert hörte sie seine polternden Schritte. Sitzungen hielt ihr Mann bis anhin für sinnlose Zeitverschwendung. Nicht einmal nach seiner Tochter hat er gefragt.

Irina Stojkovic war eins achtundsiebzig gross und stammte aus einem Kaff in den bosnischen Bergen. Nach der Flucht vor dem Krieg begann sie ein neues Leben und schwor allen Illusionen ab. Die Haare trug sie offen, die Brauen hatte sie zu einer Linie gezupft, was, wie sie überzeugt war, ihre mandelförmigen Augen geheimnisvoll erscheinen liess. Die Teilzeitstelle als Heilpädagogin hatte man ihr angeboten, da sie als städtische Integrationsbeauftragte untragbar geworden war. Mit ihren berüchtigten Stellungnahmen lag sie zuletzt mit sämtlichen Vorgesetzten im Dauerkonflikt. Diese fanden in einer geheimen Krisensitzung – als Skiweekend getarnt – eine elegante Lösung, Irina ins Departement Schule abzuschieben. Nun hatte sie viel Zeit und kaum Konflikte. Sie fand Männer attraktiv, die mit Kindern arbeiteten, nur waren ihr die zu feminin und aufgeschlossen, und so entflammte sie weiterhin bei rauen, verstockten Typen, die sie unglücklich machten. Robert hatte beides, seine Augen glänzten vor Sehnsucht. Irina sass in einem Restaurant am Fluss, trank Rotwein und wartete. Währenddessen neigte sich auf der anderen Flussseite ein endloser scheinender Nachmittagsunterricht dem Ende entgegen. Die Kinder wollten nach Hause, Robert hatte vergessen, die Hausaufgaben zu diktieren, darum verhielten sie sich, flink, ruhig und zielgerichtet: Je mehr sie sich beeilten, desto eher ein aufgabenfreier Abend. Bald hockten alle stocksteif auf ihren Stühlen. Ich wünsche einen schönen Abend, sagte Robert. Die Kinder spurteten entschlossen los.
Robert zog den Mantel an und schlug den Kragen hoch, eilte über die Brücke, küsste im Café unverfänglich ihre Wangen, sie schlug das angesagte ›Maroc‹ vor, das in einer ehemaligen Lastwagenwerkstatt untergebracht war.
Die Wände waren tadelaktverputzt, mit Arabesken versehen, im gebrochenen Licht der Laternen wirkten die Farbschattierungen wie tanzende Geister. Sie bestellten eine Flasche Wein. Ich liebe die marokkanische Küche, sie ist noch besser als die italienische, eröffnete Robert. Die Pfefferminze macht den Unterschied, zog Irina nach, sie gibt dem Essen den frischen Geschmack. Übrigens produzieren sie an der Küste auch ausgezeichneten Wein.
Dabei haben die Marokkaner doch ein Alkoholverbot.
Ach, mein Robert, nur Extremisten halten das Leben ohne Alkohol aus. Ich jedenfalls traue keinem, der nicht trinkt. Trinkst du?
Meine Frau ist abstinent, gestand Robert, also heimlich.
Geheimnisse vor der eigenen Frau, tadelte Irina und klopfte mit dem Zeigfinger auf seinen Handrücken, er entgegnete: Du hast nichts zu verstecken? Es gibt keinen Mann, erwiderte sie lächelnd, falls das deine Frage war.
Das war nicht die Frage, aber die richtige Antwort.
Eine träge Kellnerin stellte eine Flasche und zwei Gläser auf den Tisch, nahm wortlos die Bestellung entgegen und quittierte mit einem müden Nicken.
Ich wohne drei Strassen weiter, sagte Irina, als sie die Flasche getrunken, aber noch immer nichts gegessen hatten. Robert ergänzte: Die Bedienung hat uns vergessen. Typisch Szenerestaurant.
Essen wir bei mir?, fragte sie, wobei sie ihm beiläufig eine Haarsträhne aus dem Gesicht wischte.
Wenn es keine Maisfladen sind.
Stört es dich, wenn ausser uns niemand zu Hause ist?
Er zahlte den Wein, half ihr unbeholfen in den Mantel und öffnete die Tür, sie hakte sich bei ihm unter, er spürte, wie sie ihre wiegende Hüfte an seine schmiegte, der kleine Umweg führte durch einen winzigen Park. Sie küssten sich am rauen Stamm einer Föhre, küssend stiegen sie die Holztreppe hoch in den dritten Stock. Ausser Atem warfen sie die Mäntel auf die Kommode, Irina zog ihn Richtung Schlafzimmer. Immer geradeaus, hauchte sie.
Mama, rief es plötzlich scharf aus dem Wohnzimmer. Irina zuckte zusammen: Was tust du hier? Du sollst bei deinem Vater sein.
Du hast eine Tochter?, fragte Robert
Ich gehe da nicht mehr hin, schrie die Tochter.
Und ob du hingehst! Dienstag bis Donnerstag wohnst du in deinem eigenen Zimmer bei deinem eigenen verdammten Vater.
Ohne Robert zu beachten, begann Yvona theatralisch zu schluchzen: Ich kann da nicht mehr hin, er glotzt mich immer so an. Papa starrt mir an!
Yvona, Papa schaut dich an wie immer. Du wirst eine junge Frau. Du meinst nur, er glotze dich an – tut er aber nicht –, so gut kenne ich ihn.
Er glotzt und seine Freundin ist eine faule Schlampe. Ich sterbe, wenn ich dahin muss. Ich will hier wohnen. Bei dir!
Auf keinen Fall!
Ich stehe allen im Weg! Bei Papa störe ich, du willst mich nicht, niemand will mich!
Geh in dein Zimmer, ich bin in einer Minute bei dir, befahl Irina. Als die Zimmertür knallte, wurde sie von einem Weinkrampf geschüttelt und hielt sich Roberts an verspannten Schultern fest. Meine Tochter ist seit der Scheidung krankhaft eifersüchtig. Sie macht mich kaputt.
Ich habe selber Kinder …
Du verstehst mich?
Er nickte.
Sehen wir uns wieder?
Robert verliess die Wohnung, die Februarnacht beruhigte ihn. Beim Pavillon wechselte er das Hemd, zur Sicherheit, fixierte den Sattel, überquerte die Brücke, dann pedalte er den Hügel hinauf zur Überbauung, in der sie seit der Alexias Geburt wohnten. Er stellte das Rad an die Wand, er fühlte sich entweder erschöpft, überfordert oder verliebt; vielleicht auch alles zusammen, er wusste es nicht. Sein Handy summte: ich habe mich verliebt. irina
Ich auch, vielleicht, schrieb Robert zurück und schaltete das Gerät aus. Es war ruhig in der Wohnung, die Kinder schliefen. Nicole sass müde in der Küche, vor sich die Mitgliederliste der Kirche. Nach dem Kuss fragte sie, wie die Sitzung gelaufen sei, ob er gegessen habe, stellte sich ohne die Antwort abzuwarten an den Herd und wärmte die Spaghetti.
Erstaunlich gut, aber wir haben noch keinem Kompromiss gefunden. Es gibt wohl bald neue Termin.
Mit Parmesan oder mit Tomatensauce?
Tomate.
Die muss ich erst wärmen, sagte Nicole. Schau bitte nach Alexia. Es geht ihr wieder besser. Ich glaube, dass sich diese Kopfschmerzen auswachsen werden.
Das wäre schön. Verdient hätte sie es, murmelte er und schlich in Alexias Zimmer. Papa, komm zu mir, flüsterte seine Tochter, ich muss dich etwas fragen.
Er kniete vor ihr Bett und legte die Hand an ihre Wange.
Papa, wirst du immer bei uns bleiben?
Natürlich bleibe ich bei dir. Wie kommst du denn darauf?
Der Vater von Angelique ist gegangen.
Wohin ist der Vater von Angelique gegangen?
Zu jemand anderem.
Robert wartete, bis sie eingeschlafen war, küsste sie auf die Stirn und ging wieder in die Küche, ass die Spaghetti, Nicole erzählte ihren Tag. Sie schien nichts zu bemerken. Beim Schein eines Teelichts redete sie von ihren Plänen für den Osterbazar, der Geburtstagsfeier für ihren Vater und davon, dass ihre Ärztin ihr zu mehr Ruhe geraten habe. Sie merke selber, dass sie mit ihrer Energie haushälterischer umgehen sollte. Dann erzählte sie, wie sehr sie sich auf den Frühling freue. Um sie zu unterbrechen sagte Robert, sie habe heute wirklich blass ausgesehen, sie mute sich wahrscheinlich tatsächlich zu viel zu. Nicole betrachtete ihn vorwurfsvoll, während sie ihren Tee in kleinen Schlucken trank.
Ich möchte nur, dass es dir gut geht, erklärte er sich.
Mir geht es gut, wenn es meinen Lieben gut geht, entgegnete sie schärfer als gewollt. Robert, mein Schatz, ich muss ins Bett, mir fallen die Augen zu.
Robert wartete, bis sie die Schlafzimmertür hinter sich geschlossen hatte. In fünf Minuten würde sie tief und fest schlafen, Atemzug um Atemzug. Schwerfällig erhob er sich, blickte sich aus Gewohnheit um, entfernte das Lüftungsgitter und zog den Grappa aus dem Hohlraum. Der Alkohol floss wärmend durch seine Kehle. Robert Blum trank die ganze Flasche.
Irina würde das gefallen, dachte er.